Google Analytics

Montag, 8. November 2010

Gefundenes Fressen: Jelly Tots

Mit diesem Beitrag startet eine kleine Serie, in der ich kulinarische Fundstücke vorstelle, die es in Deutschland so nicht gibt. Den Anfang machen kleine, leckere Weingummis mit kaufreundlicher Konsistenz und angenehm fruchtigem Geschmack.



Aufmerksam geworden bin ich auf Jelly Tots als sie in der Fernsehserie Grand Designs zusammen mit Zahnstochern verwendet wurden um zu demonstrieren wie ein geodätisches Dach funktioniert:


Aha!

Samstag, 30. Oktober 2010

Dom auf UK Tour

Mein Leben hat eine Kehrtwende genommen und vieles ist dabei sich zu ändern. Von nun an bin ich auf mich alleine gestellt, ohne Freundin und ohne Studium, die meinem Leben zuvor Struktur und Halt gaben. Meinen herausfordernden Job habe ich als einziges weiterhin behalten, auch wenn dieser mehr nach Struktur verlangt als dass er sie gibt. Dass ich in einem fremden Land bin, ohne jegliche gewohnten Sicherheiten, wird mir jetzt wie mit einem Schlag ins Gesicht bewusst. So müssen sich End-Teenies fühlen, wenn sie in ein anderes Land studieren gehen und sich von ihrer Familie lösen. Keine Mama mehr, die einem Essen vorsetzt und unter den Füßen Staub saugt. Dass ich ein Spätzünder bin wusste ich dabei schon immer. In Spätzündern steckt jedoch auch das Potenzial, lang gehegte Wünsche präzise formulieren und dann besser umsetzen zu können. Und so will ich nun auch diese Chance ergreifen, tatsächlich zu tun was ich schon immer als meinen Traum verkündet hatte: In einem anderen Land wohnen, Sitten und Unsitten kennenlernen und Neues entdecken. Denn auch wenn ich vor knapp einem Jahr hierher gezogen bin, fühlt es sich an als ob das Einleben erst jetzt beginnt.

Angefangen habe ich mit einem Örtchen, das glücklichweise meine Hoffnung wieder hergestellt hat, dass es auch malerische Städte mit stimmiger Atmosphäre in England geben kann. Dieses schnuckelige Örtchen ist Winchester, etwas nördlich von Southampton gelegen und die einstige Hauptstadt des Vereinigten Königreiches. Kaum zu glauben bei einer Einwohnerzahl von heutzutage gerade mal 40.000. Hier findet sich alles was man braucht: Eine Kathedrale, eine Burg, eine gemütliche Einkaufsstraße ohne Autos und ein Flüsschen, das sich durch die Stadt zieht und urigen Pubs zusätzlich zu deren offenem Kaminfeuer eine romantische Aussicht verleiht. Ein viel verheißender Start in einen neuen Lebensabschnitt, den mir ein neu gefundener Freund mit seiner Einladung in seinen Heimatort da beschert hat!






Sonntag, 17. Oktober 2010

Reise ans Meer

Seit ich den Studienstress mit der überstandenen Klausur letzten Dienstag endlich hinter mir gelassen habe, kann ich mir auch mal wieder ein wenig Freizeit gönnen! Gestern bin ich deshalb einfach mal in die Stadt gefahren und weil da auch das Meer war, habe ich mich spontan für einen Spaziergang entschieden. Es hat sich gelohnt:




Freitag, 15. Oktober 2010

Meine täglich Katz gib mir heute

Zwangslose Schmusewilligkeit und Schlafzimmerblick bei flüchtigen Bekanntschaften auf der Straße kann in England auch durchaus Gutes verheißen:


Donnerstag, 7. Oktober 2010

Back to the Future

Jetzt wo England mich wieder zurück hat, fällt mir auf: Deutschland ist auch schön. Mainz vor allem. Und die Frauen. Vor allem wissen sie wie man sich mit Stil kleidet. Und auch wenn Mainz klein ist, so ist es doch eine Weltstadt im Vergleich zu Bournemouth. Alles ist sauber, die Menschen sind friedlich und ruhig, der Wochenmarkt ist ein Paradies für Schleckermäulchen. Mainz hat sich dabei in letzter Zeit wirklich gewandelt, überall sind hochmoderne Bauten entstanden, die der Stadt neben den renovierten alten Gebäuden wie am Domplatz und anderen Kirchen einen weltoffenen Charme verleihen. Kaffees weit weg vom hektischen Straßenverkehr und mit Tischen auf kopfsteingepflasterten Plätzen laden ein den Moment doch ein wenig zu genießen und die Seele beim Geräusch plätschernder Brunnen etwas baumeln zu lassen. Parallelen zu einem Urlaub in Frankreich sind deutlich wahrnehmbar, nur wird hier Handkäs mit Musik gereicht.





Es ist merkwürdig hier gleichzeitig Tourist und Einheimischer zu sein, jetzt ständig mit meiner Kamera dabei für das eine oder andere Erinnerungsfoto. Mein Leben spielt mittlerweile ganz woanders und es fühlt sich an als würde ich durch alte Erinnerungen schweben. Und die Frauen. Die wirken ebenfalls wie aus einem Traum.

Samstag, 2. Oktober 2010

Willkommen im Land der schweigsamen Griesgräme






Nicht lange muss man nach seiner Ankunft in Deutschland warten bis man hier bereitwillig von den Symptomen des deutschen Nörgelnebels umgeben wird. Diesen Begriff haben meine Schwester und ihr Freund in ihrem neuesten Buch geprägt. Der Deutsche ist im Prinzip mit der Gesamtsituation unzufrieden und gibt dies wo möglich kund: „Es ist nicht unbedingt so, dass man unglücklich ist – nur, dass man niemals erwarten würde, dass etwas Gutes passiert.“



Mittlerweile bin ich selber Wahlausländer und kann somit meine ehemalige Heimat mit neuen Augen begutachten. Ist dieser Nörgelnebel wirklich allgegenwärtig? Mit dem Frankfurter Flughafen fängt es für mich an, er empfängt mich in seine durch und durch grauen, hochglanzpolierten Stahl-, Glas- und Marmor-Arme. Alles ist modern und sauber, übersichtliche rechte Winkel, alles unter Kontrolle. Wenigstens die Drogenhunde scheinen hier ihren Spaß zu haben. Dabei machen sich Hunde aus lebensfrohen Farben aber ohnehin nicht viel. Die Passkontrolle – ein verschwenderisch riesiger Raum ohne Fenster, dafür Marmorboden bis zum Horizont, das einzige farbige Element sind quasi Stasi-Beamte in ihren Kabinen. Ich erlaube mir hier immer den Spaß lächelnd „Hallo!“ zu sagen, nur um eine menschliche Reaktion zu entlocken. Ein freundliches „Willkommen in Deutschland, ich hoffe Sie werden hier eine gute Zeit haben!“ ist mir dabei noch nie entgegnet worden. Bei so viel Leben, das in diesen Beamten steckt, könnte man vermuten künstliche Intelligenz sei bereits perfektioniert worden. Der Unterschied zwischen gefühlslosem Roboter und Mensch ist kaum bemerkbar.

Weiter geht es also zum Shuttle zwischen den Terminals. Auf dem Weg habe ich viele Deutsch sprechen hören, nun da alle im Shuttle sind und Privatsphäre teilen müssen werden sie still. Nur fremde Sprachen sind noch zu hören. Man geht sich umsichtig aus dem Weg und rückt seinen Koffer von den Beinen der anderen weg, den Blick dabei immer auf dessen Schuhe gerichtet, man will ja Augenkontakt meiden. Weiter zum Bahnhof und in den Zug. Die penetrante Höflichkeit, die ich mir in England zu eigen gemacht habe, wird hier höchstens mit einem Blick honoriert. Dabei habe ich die Tür bereits fünf Sekunden aufgehalten, meinen eigenen schweren Koffer in der anderen Hand, und gewartet bis der Herr seinen Koffer dann durchbugsiert hat. Danke Deutschland, ja, ich bin froh wieder hier zu sein und werde bestimmt eine umwerfende Zeit mit all diesen Fresseziehern verbringen.
Da kann ich doch von Glück sagen, dass ich hier aufgewachsen bin und somit ein Leben lang Zeit hatte Menschen zu finden, von denen ich weiß, dass sie auch mal lachen.

So, genug genörgelt nun über die Deutschen und ab in den pünktlichen Bus, der auch noch günstig ist und viel Stellraum für Fahrräder bietet. Solchen Luxus gibts in England leider noch nicht. Oder Packstationen. Oder Internettelefon-Flatrates. Oder Verkehrsverbünde. Oder Portemonnaie-freundliche Wohnungen mit erwachsenengerechter Raumgröße.


Wer übrigens Interesse an oben erwähntem Buch „Nörgeln! Des Deutschen größte Lust“ von Eric T. Hansen (und meiner Schwester Astrid Ule) hat, der gehe auf die Amazon-Seite. Ein prima Sammelsurium an Einsicht in die deutsche Seele!

Montag, 8. März 2010

Ein Tag am Meer

Gestern haben wir unser Studium mal für ein paar Stunden beiseite gelegt und uns bei blauem Himmel auf zum Strand gemacht.

Es hat sich gelohnt, der Strand konnte uns mit seiner natürlichen Schönheit zu einem langen Spaziergang verleiten. Die Engländerinnen, die sich ebenfalls an der freien Luft tummelten, waren dagegen leider nicht so beeindruckend. Doch das ist eine Geschichte für einen anderen Tag. Nur gut, dass ich meine eigene Engländerin mitgebracht habe!





Surfer im eiskalten Wasser - BRRRR!!!



Ab in den Bus und in 10 Minuten am Strand sein.
Da kann man nur strahlen :-)



Gemütliches Café direkt am Pier

Freitag, 5. März 2010

Hippie-Kosmetik

Zwei Monate sind seit meinem letzten Beitrag ins Land gegangen! Ich kann es kaum glauben, so viel ist in letzter Zeit passiert. Karen und ich haben mittlerweile einen Job und erste Freunde gefunden und üben uns nun nach einem Monat nervenaufreibender Arbeitssuche in einem regelmäßigen Alltag. Beide haben wir neben unserem Studium jetzt Vollzeit-Jobs, Karen als Tutorin bei einem Weiterbildungsinstitut und ich bei Lush.

Hier in Großbritannien kennt jeder Lush – wenn nicht beim Namen, dann zumindest sobald man sagt "der Seifenladen, der so stark riecht". Und tatsächlich, bei meiner ersten Entdeckungstour durch Bournemouth fiel mir dieser Laden schon auf: riesige Käseleibe liegen im Laden aus und dazu noch dieser unheimlich intensive Seifengeruch, der die gesamte Straße einhüllt. Wie passt das zusammen? Lush ist kurz gefasst einfach anders. Das Motto ist "Fresh Handmade Cosmetics": Es gibt festes Shampoo in Blöcken zu kaufen (prima für Ryanair-Flüge), Seife wird aus riesigen Leiben geschnitten und abgewogen, es gibt Dusch-Jelly statt Duschgel sowie Bath Ballistics, das sind feste Schaumbadkugeln – ins Wasser damit und auflösen wie überdimensionales Aspirin. Außerdem gibt es alles für Vegetarier und gar Veganer, also Produkte vollkommen ohne die entsprechenden Bestandteile – Tierversuche gibt es natürlich auch nicht.




Für mich bedeutet das nach 5 Jahren Großbank einen Wechsel zum Hippie-Kosmetik-Einzelhandel. Also genau das, was ich mir gewünscht hatte: Nach wie vor IT, aber mit einer riesigen und völlig neuen Spielwiese sowie Idealen, mit denen ich etwas anfangen kann.

Wer sich einen Lush-Laden übrigens mal vor Ort anschauen möchte, der wird auch in Deutschland fündig, u.a. in Frankfurt, Berlin, Heidelberg und München (s. www.lush-shop.de).

PS: In Zukunft werde ich versuchen kurze Beiträge einzustellen, dann sollte es auch wieder öfter was zu lesen geben!


Lush-Seifen



Feste Shampoos



Shower-Jelly



Montag, 4. Januar 2010

„Hallo! Wie geht’s? Möchtest du einen Tee?“

Willkommen im Land der unbegrenzten Höflichkeiten!

In Deutschland hatte ich mich schon zur höflicheren Schicht gezählt und die eine oder andere Tür aufgehalten, doch nun scheint mir, als würden alle Butler in England geboren und erzogen. Hier muss ich noch einiges lernen um im Alltag nicht unbemerkt als frech und beleidigend abgestempelt zu werden.

In einer Drogerie fragte ich beispielsweise eine Verkäuferin ob der Bürstenkopf, den ich in der Hand hielt, zu jener Zahnbürste passen würde. Ihre Antwort darauf: „Passt dieser Bürstenkopf zu dieser Zahnbürste?“ Ich war verwirrt und zu konzentriert auf korrekte britische Einkaufskonversation, weshalb ich nur erwiderte „Ja, genau das habe ich gefragt.“ Meine Freundin, peinlich berührte Zeugin, erklärte mir später die richtige Reaktion wäre ein von einem Lächeln untermaltes „Yes, please.“ gewesen. Hier wiederholt man nämlich nicht die Frage des Kunden weil man nicht zugehört hat oder nicht weiß was er will, sondern eben genau um zu zeigen, dass man zugehört hat und seine volle Aufmerksamkeit auf die Lösung seines Anliegens richten wird.

In Kombination mit dem britischen Sarkasmus, bei dem es heißt sein Gegenüber gekonnt dezent zu beleidigen und den ich bereits mutig versuche in Konversationen einzubringen, ergibt sich ein kontrastreiches Repertoire an Verhaltensregeln und Fettnäpfchen. Ein wenig komme ich mir zurzeit deshalb vor als wäre ich in Japan, wo jeder Verneigungsgrad eine andere Bedeutung hat. Zunächst einmal halte ich mich an meiner ersten und ganz einfachen Faustregel fest: An fast jedes Satzende ein „please“ oder „thank you“ hängen.

Um richtig in die britische Kultur einzutauchen gibt es jedoch eine weitere, fast noch wichtigere Regel: zu jedem Teeangebot „Ja“ sagen. Bei einem längeren Besuch bei Freunden oder Verwandten lernt man dabei auch bald wo sich deren Toilette befindet – denn das Angebot wiederholt sich etwa alle halbe bis volle Stunde. Was man dann bekommt ist der stereotypisch bekannte schwarze Tee mit etwas Milch, hier übrigens „normaler Tee“ genannt. Das kann schnell verwirren: „schwarzer Tee“ ist hier nämlich „normaler Tee“ ohne Milch. Wenn man mag auch mit Zucker, was aber offenbar nur etwas für Weicheier oder Bauarbeiter ist – standardmäßig gehören nämlich ohnehin schon ein paar Kekse zum Tee dazu.

Zum diesem Tee-Regelwerk gehört es ebenfalls jedem, ob Freund oder Fremder, direkt nach der Begrüßung einen Tee anzubieten. So erfuhren wir auch spielend wie Weihnachten und was die Silvesterpläne unseres Telefoninstallateurs waren, während er sich mit seinem Tee ein wenig vom stoischen Nieselregen erholte.

Grundsätzlich unterhält sich hier ohnehin jeder mit jedem: Bei unserem bereits ersten Stromausfall machten wir nach einem Spaziergang an unserer Einfahrt Halt um von den Elektroinstallateuren in ihrer Baugrube zu erfahren wann wir wieder Licht bekämen. Unter ihrem Zelt, das sie wegen des obligatorischen Regens über das frisch gegrabene Loch gespannt hatten, sah ich – warum war ich überhaupt noch überrascht? – einige dampfende Packungen Fish’n’Chips. Nur mit einem Notlicht im Stockdunkeln kurz vor Heiligabend standen sie also da mit uns im Regen und konnten nicht anders als sich über die Ursache des Stromausfalls zu amüsieren und sich auf ihr Abendessen zu freuen.

Das ist typisch britisch: Warum sich ärgern wenn man auch die Ironie im Leben entdecken kann?

Freitag, 1. Januar 2010

Frohe Weihnachten und ein frohes Neues!

Ich wünsche euch allen nachträglich ein frohes neues Jahr, hoffe, dass ihr gut hineingerutscht seid und auch Weihnachten mit Familie und Freunden feiern konntet!

Meine ursprünglichen Pläne waren es am 23.12. für ein paar Tage nach Deutschland zu kommen, doch leider wurde mein Flugzeug etwa fünf Minuten nach dem Abheben von einem Blitz getroffen und wir mussten umkehren. Ja, richtig – von einem Blitz getroffen! Genauso wie man es sich vorstellt: draußen sehr laut und sehr hell und mit vielen erschrocken aufgerissenen, nach einer Erklärung suchenden Augen im Flugzeuginneren.

Am Ende sind wir alle mit einem Schrecken davon gekommen, auf den Ersatzflug am nächsten Morgen habe ich mich dann doch nicht mehr getraut und so habe ich Weihnachten mit Karens Familie verbracht. Dank der britischen Gastfreundschaft habe ich mich hier sehr gut aufgehoben gefühlt und die Gelegenheit nutzen können um in den größeren Familienumkreis meiner Freundin eingeführt zu werden. Ende Januar werde ich aber nochmal nach Deutschland kommen um beide Festlichkeiten auch dort nachzuholen.

Nach der Aufregung der letzten Tage und viel Aufräumen beginnt für meine Freundin und mich nun aber die nächste Phase: einen Job finden! Ich bin gespannt auf das britische Arbeitsamt und wie es so ist zig Bewerbungen zu schreiben – und was dann am Ende dabei herauskommen wird. Wünscht uns Glück!