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Samstag, 30. Oktober 2010

Dom auf UK Tour

Mein Leben hat eine Kehrtwende genommen und vieles ist dabei sich zu ändern. Von nun an bin ich auf mich alleine gestellt, ohne Freundin und ohne Studium, die meinem Leben zuvor Struktur und Halt gaben. Meinen herausfordernden Job habe ich als einziges weiterhin behalten, auch wenn dieser mehr nach Struktur verlangt als dass er sie gibt. Dass ich in einem fremden Land bin, ohne jegliche gewohnten Sicherheiten, wird mir jetzt wie mit einem Schlag ins Gesicht bewusst. So müssen sich End-Teenies fühlen, wenn sie in ein anderes Land studieren gehen und sich von ihrer Familie lösen. Keine Mama mehr, die einem Essen vorsetzt und unter den Füßen Staub saugt. Dass ich ein Spätzünder bin wusste ich dabei schon immer. In Spätzündern steckt jedoch auch das Potenzial, lang gehegte Wünsche präzise formulieren und dann besser umsetzen zu können. Und so will ich nun auch diese Chance ergreifen, tatsächlich zu tun was ich schon immer als meinen Traum verkündet hatte: In einem anderen Land wohnen, Sitten und Unsitten kennenlernen und Neues entdecken. Denn auch wenn ich vor knapp einem Jahr hierher gezogen bin, fühlt es sich an als ob das Einleben erst jetzt beginnt.

Angefangen habe ich mit einem Örtchen, das glücklichweise meine Hoffnung wieder hergestellt hat, dass es auch malerische Städte mit stimmiger Atmosphäre in England geben kann. Dieses schnuckelige Örtchen ist Winchester, etwas nördlich von Southampton gelegen und die einstige Hauptstadt des Vereinigten Königreiches. Kaum zu glauben bei einer Einwohnerzahl von heutzutage gerade mal 40.000. Hier findet sich alles was man braucht: Eine Kathedrale, eine Burg, eine gemütliche Einkaufsstraße ohne Autos und ein Flüsschen, das sich durch die Stadt zieht und urigen Pubs zusätzlich zu deren offenem Kaminfeuer eine romantische Aussicht verleiht. Ein viel verheißender Start in einen neuen Lebensabschnitt, den mir ein neu gefundener Freund mit seiner Einladung in seinen Heimatort da beschert hat!






Sonntag, 17. Oktober 2010

Reise ans Meer

Seit ich den Studienstress mit der überstandenen Klausur letzten Dienstag endlich hinter mir gelassen habe, kann ich mir auch mal wieder ein wenig Freizeit gönnen! Gestern bin ich deshalb einfach mal in die Stadt gefahren und weil da auch das Meer war, habe ich mich spontan für einen Spaziergang entschieden. Es hat sich gelohnt:




Freitag, 15. Oktober 2010

Meine täglich Katz gib mir heute

Zwangslose Schmusewilligkeit und Schlafzimmerblick bei flüchtigen Bekanntschaften auf der Straße kann in England auch durchaus Gutes verheißen:


Donnerstag, 7. Oktober 2010

Back to the Future

Jetzt wo England mich wieder zurück hat, fällt mir auf: Deutschland ist auch schön. Mainz vor allem. Und die Frauen. Vor allem wissen sie wie man sich mit Stil kleidet. Und auch wenn Mainz klein ist, so ist es doch eine Weltstadt im Vergleich zu Bournemouth. Alles ist sauber, die Menschen sind friedlich und ruhig, der Wochenmarkt ist ein Paradies für Schleckermäulchen. Mainz hat sich dabei in letzter Zeit wirklich gewandelt, überall sind hochmoderne Bauten entstanden, die der Stadt neben den renovierten alten Gebäuden wie am Domplatz und anderen Kirchen einen weltoffenen Charme verleihen. Kaffees weit weg vom hektischen Straßenverkehr und mit Tischen auf kopfsteingepflasterten Plätzen laden ein den Moment doch ein wenig zu genießen und die Seele beim Geräusch plätschernder Brunnen etwas baumeln zu lassen. Parallelen zu einem Urlaub in Frankreich sind deutlich wahrnehmbar, nur wird hier Handkäs mit Musik gereicht.





Es ist merkwürdig hier gleichzeitig Tourist und Einheimischer zu sein, jetzt ständig mit meiner Kamera dabei für das eine oder andere Erinnerungsfoto. Mein Leben spielt mittlerweile ganz woanders und es fühlt sich an als würde ich durch alte Erinnerungen schweben. Und die Frauen. Die wirken ebenfalls wie aus einem Traum.

Samstag, 2. Oktober 2010

Willkommen im Land der schweigsamen Griesgräme






Nicht lange muss man nach seiner Ankunft in Deutschland warten bis man hier bereitwillig von den Symptomen des deutschen Nörgelnebels umgeben wird. Diesen Begriff haben meine Schwester und ihr Freund in ihrem neuesten Buch geprägt. Der Deutsche ist im Prinzip mit der Gesamtsituation unzufrieden und gibt dies wo möglich kund: „Es ist nicht unbedingt so, dass man unglücklich ist – nur, dass man niemals erwarten würde, dass etwas Gutes passiert.“



Mittlerweile bin ich selber Wahlausländer und kann somit meine ehemalige Heimat mit neuen Augen begutachten. Ist dieser Nörgelnebel wirklich allgegenwärtig? Mit dem Frankfurter Flughafen fängt es für mich an, er empfängt mich in seine durch und durch grauen, hochglanzpolierten Stahl-, Glas- und Marmor-Arme. Alles ist modern und sauber, übersichtliche rechte Winkel, alles unter Kontrolle. Wenigstens die Drogenhunde scheinen hier ihren Spaß zu haben. Dabei machen sich Hunde aus lebensfrohen Farben aber ohnehin nicht viel. Die Passkontrolle – ein verschwenderisch riesiger Raum ohne Fenster, dafür Marmorboden bis zum Horizont, das einzige farbige Element sind quasi Stasi-Beamte in ihren Kabinen. Ich erlaube mir hier immer den Spaß lächelnd „Hallo!“ zu sagen, nur um eine menschliche Reaktion zu entlocken. Ein freundliches „Willkommen in Deutschland, ich hoffe Sie werden hier eine gute Zeit haben!“ ist mir dabei noch nie entgegnet worden. Bei so viel Leben, das in diesen Beamten steckt, könnte man vermuten künstliche Intelligenz sei bereits perfektioniert worden. Der Unterschied zwischen gefühlslosem Roboter und Mensch ist kaum bemerkbar.

Weiter geht es also zum Shuttle zwischen den Terminals. Auf dem Weg habe ich viele Deutsch sprechen hören, nun da alle im Shuttle sind und Privatsphäre teilen müssen werden sie still. Nur fremde Sprachen sind noch zu hören. Man geht sich umsichtig aus dem Weg und rückt seinen Koffer von den Beinen der anderen weg, den Blick dabei immer auf dessen Schuhe gerichtet, man will ja Augenkontakt meiden. Weiter zum Bahnhof und in den Zug. Die penetrante Höflichkeit, die ich mir in England zu eigen gemacht habe, wird hier höchstens mit einem Blick honoriert. Dabei habe ich die Tür bereits fünf Sekunden aufgehalten, meinen eigenen schweren Koffer in der anderen Hand, und gewartet bis der Herr seinen Koffer dann durchbugsiert hat. Danke Deutschland, ja, ich bin froh wieder hier zu sein und werde bestimmt eine umwerfende Zeit mit all diesen Fresseziehern verbringen.
Da kann ich doch von Glück sagen, dass ich hier aufgewachsen bin und somit ein Leben lang Zeit hatte Menschen zu finden, von denen ich weiß, dass sie auch mal lachen.

So, genug genörgelt nun über die Deutschen und ab in den pünktlichen Bus, der auch noch günstig ist und viel Stellraum für Fahrräder bietet. Solchen Luxus gibts in England leider noch nicht. Oder Packstationen. Oder Internettelefon-Flatrates. Oder Verkehrsverbünde. Oder Portemonnaie-freundliche Wohnungen mit erwachsenengerechter Raumgröße.


Wer übrigens Interesse an oben erwähntem Buch „Nörgeln! Des Deutschen größte Lust“ von Eric T. Hansen (und meiner Schwester Astrid Ule) hat, der gehe auf die Amazon-Seite. Ein prima Sammelsurium an Einsicht in die deutsche Seele!